Europäische Skulpturenstraße des Friedens | European Sculptures Route of Peace

Die Teilstrecken in Deutschland


Dillinger Stahlbildhauersymposion

Das internationale Stahlsymposion in Dillingen/Saar entstand 1990 anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt. Seit dem frühen 18. Jahrhundert wird die Stadt von der Eisen- und Stahlproduktion bestimmt. Auch heute dominiert die Dillinger Hütte das Stadtbild: sie erscheint als ein monumentales Industriedenkmal. So ist es nicht verwunderlich, dass das dem Symposion zu Grunde gelegte Material Stahl war. Aufgrund der Initiative des damaligen Bürgermeisters Gerhard Leonardy entstanden fünf Stahlskulpturen im öffentlichen Raum. Die Künstler stellten ihre Skulpturen im Bereich der Saarauen und an einer in die Innenstadt führenden Straße auf.

 

Die Straße der Skulpturen bei St. Wendel

Der Bildhauer Leo Kornbrust hatte die Symposionsidee in St. Margarethen (Österreich) kennengelernt, wo er 1967 eingeladen war.
In den Sommermonaten 1971/72 fand das erste saarländische „Symposion-Happening“ statt. Es beteiligten sich insgesamt fünfzehn Künstler aus 6 Ländern. Damit war das Internationale Steinbildhauer-Symposion St. Wendel“ zunächst abgeschlossen.
Für den „Sprung“ vom Symposion zur Straße der Skulpturen sind zwei Ereignisse entscheidend gewesen: erstens lösten sich bei Baggerarbeiten große Sandsteinblöcke, für die ein Platz gefunden werden musste, und zweitens wurde der Saarland-Rundwanderweg angelegt. Kurzerhand wurden die Sandsteinblöcke entlang des Wanderweges gelegt – die Skulpturenstraße war geboren. 1977 arbeiteten hier die ersten zwei Bildhauer. Gleichzeitig wurde die Straße dem Künstler Otto Freundlich gewidmet. Bis 1988 arbeiteten insgesamt 35 Künstler aus 10 Ländern in St. Wendel.
Schon 1993 wurde der Faden wieder aufgenommen. Im Herbst kamen im Rahmen eines trilateralen Bildhauersymposions fünfzehn junge Künstler nach St. Wendel. Außerdem kamen zwischen 1996 und 2001 noch 5 Arbeiten hinzu. Heute sind entlang einer Strecke von ca. 25 km 54 Skulpturen, geschaffen von 48 Künstlern, aus 12 Ländern, entstanden.
Der Luxemburger Bildhauer Bertrand Ney hat im Sommer 2007 am „Wendalinushof“ (St. Wendel) eine fast 6 m hohe Steinskulptur erarbeitet und der Bildhauer Robert Schad stellte eine 9,5 m hohe Stahlskulptur auf.

 

Steine an der Grenze

Das von Paul Schneider begründete Bildhauersymposion an der deutsch-französischen Grenze zählt zu den bekanntesten Projekten des saarländischen Künstlers. Paul Schneider übernahm ebenso wie Leo Kornbrust die Idee des österreichischen Bildhauers Karl Prantl.
Seit 1986 entstand auf dem Höhenzug zwischen den saarländischen Orten Büdingen und Wellingen und den lothringischen Dörfern Launstroff und Scheuerwald eine Skulpturenlandschaft aus 28 Skulpturen, geschaffen von 27 Bildhauern aus 16 unterschiedlichen Nationen. Bereits 2002 wurden die beiden Bildhauersymposien „Steine an der Grenze“ und „St. Wendeler Skulpturenstraße“ miteinander verbunden, indem in Gehweiler an den Schnittstellen der Landkreise „Merzig-Wadern“ und „St. Wendel“ Skulpturen der beiden Initiatoren aufgestellt wurden.
Im Sommer 2005 wurden die Skulpturen eines israelischen und eines palästinensischen Künstlers in gemeinsamer Arbeit als gewolltes Zeichen für Begegnung und die friedliche Überwindung von Grenzen aufgestellt.

 

Skulpturenweg Salzgitter Bad

Skulptur von Gerd Winner
Skulptur von Gerd Winner

Der Skulpturenweg Salzgitter-Bad, bestehend aus acht Stahlskulpturen, der aufgrund der Initiative von Gerd Winner und dem ortsansässigen Verkehrsverein ins Leben gerufen wurde, schloss sich mit seiner Gründung im Jahre 1999 der Idee der „europäischen Skulpturenstraße des Friedens“ an.
Der Dialog von Kunst und Natur, respektive Kunst und Landschaft ist für den Teil des Skulpturenweges in  Salzgitter konzeptionell bestimmend. Der Betrachter soll den urbanen Umraum zwar in Gedanken, nicht aber vor Augen haben. Natur und Landschaft sollen sich in der Formensprache der Kunst spiegeln, ohne auf das Material unseres Jahrhunderts zu verzichten.
Die Skulpturen lehnen sich durch ihren Werkstoff "Stahl" an die Geschichte der Stadt an. Dieses ist ein Indiz, wie eng Stadt und Umland, Kunst und Internationalität, Völkerverständigung und Begegnung der Menschen zusammen gehören. Im Dialog mit dem Vorstand des Salzgitter-Konzerns ist das Konzept entwickelt worden, mit dem Werkstoff Stahl an die Geschichte und die Bedeutung der Stahlstadt Salzgitter zu erinnern.

 

Berlin, Stiftung für Bildhauerei

Kurz nach dem Mauerbau – im Herbst 1961/ Sommer 1962 – fand in Berlin auf Initiative von Fritz Joachim Schultze und Erich Reichke in Zusammenarbeit mit Karl Prantl das erste Bildhauersymposion statt. Auf dem Gelände zwischen Kongresshalle und Reichstag hatten spontan 13 Künstler aus sieben Nationen Steinskulpturen als Zeichen des Protestes gegen den Mauerbau errichtet.
Das Projekt wurde 1963 mit elf weiteren Bildhauern fortgesetzt. Nachdem die Skulpturen zunächst in Vergessenheit geraten waren, wurde zum Schutz und Erhalt der Skulpturen die Stiftung für Bildhauerei gegründet.

 

Europäische Akademie Otzenhausen

An der Auffahrt zum Gelände der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO) begrüßen die 1986 entstandenen und 1997 nach Deutschland verbrachten „Wellen des Lebens“ des Prager Künstlers Jaroslav Vacek die Besucher. Die graue Marmorskulptur soll Menschen aus allen Ländern ein Zeichen für Hoffnung und Frieden geben.
Die 1954 gegründete EAO ist eine der größten Institutionen der außerschulischen politischen Bildung Deutschlands. Getreu ihrem Motto "Europa entsteht durch Begegnung" leistet sie weltanschaulich neutrale Bildungs- und Forschungsarbeit für Grundfragen der europäischen Einigung, der deutsch-französischen Zusammenarbeit, des Zusammenwachsens der Großregion SaarLorLux und der politischen Bildung. Dabei hat sie ihre Bildungs- und kulturelle Arbeit stets eng miteinander verknüpft. Die hauseigene Pinakothek, die Interessierten offen steht, umfasst über 100 Werke der modernen Kunst.

 

Teilnehmer Dillingen

Alf Lechner, Hans-Jürgen Breuste, Friedrich Gräsel, Eduardo Paolozzi, Lothar Meßner

Teilnehmer St. Wendel

Hiromi Akiyama, Gabi Beju, Elmar Daucher, Herbert George, Leo Kornbrust, Anne-Marie und Wolfgang Kubach, Takera Narita, Franz Xaver Ölzant, Karl Prantl, Gernot Rumpf, Adolf Ryszka, Paul Schneider, Rudi Scheuermann, Hajime Togashi, Ivan Avoscan, Gerd Ammann, Rinaldo Bigi, Hans-Jürgen Breuste, Nikolaus Gerhart, Edgar Gutlub, Alfred Görig, Yoshimi Hashimoto, Bruno K. (Kleber), Alf Lechner, Heinz Oliberius, Martin Schneider, Michael Schoenholtz, Alf Schuler, Klaus Schwabe, Shelomo Selinger, Christian Tobin, A. D. Trantenroth, Han van Wetering, Dorothee von Windheim, Hans van Wetering, Yoshimi Hashimoto, Franz-Xaver Ölzant, Leo Kornbrust, Daniel Bräg, Sylvie Bussières, Mario Duchesneau, Nausikaa Hacker, Dieter Kunz, Diane Landry, Samuel La Roze, Patrick Lebret, Ulli Leitz, Mathis Neidhart, Laurent Reynes, Diane Robertson, Michel St. Onge, Valérie Thuillier, Frank Turpin, James Reineking, Hans Steinbrenner, Franz Bernhard, Jinmo Kang, Herbert Wurm, Bertrand Ney, Robert Schad

Teilnehmer Grenze

Karl Prantl, Leo Kornbrust, Paul Schneider, Francois Naddaud-Guilloton, Eileen McDonagh, Zoe de l’Isle Whittier, Willi Bauer, Peter Paszkiewicz, Bertrand Ney, Miriam Karoly, Kubach-Wilmsen Team, Gerard Hoeweler, Thomas Link, Claudia Ammann, Volker Baumgart, Philip Rickey, Ahmad Canaan, Moshe Shek, Lewan Mkheize, Jeannot Bewing, Milos Chlupac, Gerard van Roy, Hiroshi Mikami, Antoine Dihé, Knut Wold, Thomas Wojciechowicz, Marc Linder

Teilnehmer Salzgitter

Jean Ipoustéguy, Menashe Kadishman, Leo Kornbrust, James Reineking, Gerd Winner, Hiromi Akiyama, Franz Bernhard, Alf Lechner, Ulrich Rückriem

Teilnehmer Berlin

Herbert Baumann, Georges-Moshé Dyens, Roland Göschl, Wolfgang Gross-Mario, Reinhold Hommes, Yasuo Mizui, Karl Prantl, Erich Reischke, Barna von Sartory, Joachim-Fritz Schultze, Moshé Schwartz-Buky, Walter Steiner, Josef Wyss


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