Europäische Skulpturenstraße des Friedens | European Sculptures Route of Peace

Die Idee der völkerverbindenden Skulpturenstraßen


Turm des Friedens und der sieben Künste (Modell von Otto Freundlich)
Turm des Friedens und der sieben Künste

Bei Otto Freundlichs Idee der „sculptures montagne“ handelt es sich um 20-30 m hohe, begehbare, turmähnliche Skulpturen, die nicht nur von international bekannten Künstlern geschaffen werden sollten, sondern an deren Entstehung auch die lokale Bevölkerung (Handwerker, Maurer, Schreiner etc.) teilnehmen sollte. Diese „Skulpturenhügel“ – oder auch Skulpturentürme genannt – sollten so konzipiert sein, dass jede kleine Gemeinde fähig sein würde, sie zu errichten. Neben ihrer Funktion als „moderne Menhire“ in der Landschaft sollten sie, u.a. auch mit Scheinwerfern ausgestattet, Flugzeugen als Leitsystem dienen. Die Räume im Inneren der Türme könnten für Ausstellungen oder als Künstlerateliers genutzt werden.

Diese Vorstellung der gemeinsamen Arbeit von Künstlern unter Einbeziehung der Bevölkerung, spiegelt sich auch in den späteren Bildhauersymposien wieder. 1959 formulierte Jeanne Kosnick-Kloss, gewiss im Sinne ihres Lebenspartners, die Vorstellung zweier von Künstlern geschaffenen Skulpturenstraßen: Eine von Nord nach Süd durch Europa verlaufende Strecke sollte von Breda (dem Geburtsort Vincent van Goghs) über Aix-en-Provence zum Mittelmeer führen, die sogenannte „voie de la fraternité humaine“, und eine von West nach Ost ausgerichtete Strecke von der normannischen Küste über Belgien, Deutschland und Polen nach Russland, die „voie de la solidarité humaine en souvenir de la libération“. Der Schnittpunkt beider Skulpturenwege befindet sich in Auvers-sur-Oise, und sollte durch den „Turm des Friedens und der sieben Künste“ hervorgehoben werden.


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